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Villa Salve - Eine Reise durch die Zeit

Es beginnt mit einer langen Party

Es beginnt mit einer langen Party | Geschichte der Villa Salve

Was den wohlhabenden Eisen- und Kohlenhändler Christian Jürgen Kühlcke und seine Frau Dorothea im Jahre 1897/8 angetrieben hat, das Grundstück auf dem Kehdingertors-Ravelin vom Magistrat der Stadt Stade zu erwerben und darauf die prunkvolle Villa Salve zu errichten, ist nicht überliefert. Die drei Kinder waren längst erwachsen und auf dem Sprung in ein eigenes Leben.

Sicher spielten die „Repräsentationsbedürfnisse“ der Gründerzeit eine große Rolle. Ein gut erhaltenes Familienalbum zeugt von sprühender Lebensfreude, großen Gesellschaften und ausgelassenen Familienfeiern (stets mit Hund), die in der brandneuen Villa gefeiert wurden. Ansonsten vergnügte man sich zeitgemäß: Ausflüge mit dem neu erfundenen Zwei-Rad (das erste Auto wurde erst 7 Jahre später in Stade zugelassen) und romantische Ruderpartien auf dem Burggraben. Selbstverständlich verehrte man die Kaiserfamilie und hielt Begegnungen – waren sie auch aus weiter Ferne – im Familienalbum fest.

Die Party hielt gute 12 Jahre an, dann musste das Ehepaar Kühlcke ausziehen und die Villa vermieten. Und obgleich sich danach die Spur der Familie in der Stadtchronik verliert, bleibt es doch ihr Verdienst, der Stadt Stade eine ihrer schönsten Villen hinterlassen zu haben.

Bedeutende Jahre

Bedeutende Jahre | Geschichte der Villa Salve

Von der Witwe Dorothea Kühlcke erwarb am 24. März 1919 Leonhard Richarz die Villa Salve und übereignete sie kurz später seiner unverheirateten Tochter Gertrud. Zu seiner Zeit war Leonhard Richarz der vielleicht bedeutendste Mann der Stadt. Als Gründer und Mitinhaber der 1896 gegründeten Norddeutschen (wenig später: Stader) Lederfabrik war er mit 400 Mitarbeitern der größte Arbeitgeber der Stadt und konnte seinen Aktionären 20% Dividende zahlen. Die Stader Lederfabrik war über Jahrzehnte die herausragende Stader Industrie. Erst 1960 wurde der Geschäftsbetrieb wegen mangelnder Zukunftsaussichten - aber mit hohem Auflösungserlös - eingestellt.

Leonhard Richarz zog nicht selbst in die Villa Salve ein, sondern überließ sie – quasi als Boardinghouse – seinem Direktoriumskollegen und Mitinhaber der Lederfabrik Carl Rudloff. Die Direktoren waren sich ihrer sozialen Verantwortung bewusst. Dem erbitterten Widerstand anderer Stader Gewerbebetriebe trotzend setzen sie in der Lederfabrik hohe und gerechte Löhne, Sozialleistungen und bald auch Gewinnbeteiligungen durch. Sie etablierten soziale Sicherungssysteme für Arbeiterfamilien und „Veteranenrenten“.

Carl Rudloff bewohnte die Dienstvilla mit seiner Frau Therese und seinem 3 Söhnen. Man kann sich leicht vorstellen, wie damals die wichtigsten Köpfe der Stadt in der Villa Salve ein- und ausgingen. Hier wurden Visionen entwickelt und Entscheidungen getroffen. Im Garten spielte unterdessen im Matrosenanzug der 9-jährige Sohn Leonhard, der im Jahr 1943 ins Direktorium eintreten und schließlich der letzte Direktor der Stader Lederfabrik sein würde. Sicher hat die Villa in diesen Jahren heftige Debatten erlebt - aber auch laue Sommerabende, Familienfeste, Freude, Freunde und Gelächter.

Auch nach dem Tod des Direktors Carl Rudloff im Jahr 1935 blieb die Villa seiner Familie ein zu Hause. Erst 1949 zog die Eigentümerin, Gertrud Richarz ein. (Ihr kluger Vater hatte wohl gewusst, dass damals eine unverheiratete Frau ein eigenes Haus haben sollte.) Gertrud Richarz lebte bis 1974 in der Villa und vermietete die vielen Zimmer auch als Monteurzimmer. Die großen Zeiten waren lange vorüber. Die Villa Salve zerfiel.

Erste Auferstehung in den 70ern

Im Jahr 1975 erwarb der Stader Architekt Manfred Börner die Villa Salve aus dem Nachlass der Gertrud Richarz und bewahrte sie vor dem endgültigen Zerfall und Abriss. 25.000 Handwerkerstunden retteten die Villa und modernisierten sie – ganz im Geiste der 70er Jahre. Grundrisse wurden radikal verändert, kilometerweise Leitungen verlegt, gemauert, gehämmert, gesägt. Aber auch Decken abgehängt, Parkettböden mit Filz beklebt und „unmöglich“ hohe Türen entsorgt und gegen Massenware ersetzt. Das liegt nun fast 40 Jahre zurück.

Zweite Auferstehung und ein modernes Wohn- und Service-Konzept

Die zweite Auferstehung | Geschichte der Villa Salve

Der heutige Eigentümer, der Dipl.-Kfm. Holger Börner stellt die ursprüngliche Pracht wieder her und geht moderne Wege der Nutzung dieser einzigartigen Immobilie. 115 Jahre alte knarzende - einfach prachtvolle - Parkettböden kommen zum Vorschein. Räume mit 3,60m Deckenhöhe und Stuckverzierungen. Die Originaltüren sind verloren. An ihrer Stelle sind durch leidenschaftliche Handwerker ebenso schöne neue lackierte Vollholztüren entstanden. Die Modere darf nicht zu kurz kommen: Das Licht scheint heute durch eine maximal schall- und wärmeisolierende 3-fach-Verglasung. Bäder und Einbauküchen sind auf dem Stand der Zeit. Auch energetisch entspricht die Villa wieder höchsten Ansprüchen.

Heute schließt sich der Kreis und die Villa Salve ist wieder -  wie schon vor 100 Jahren - eine "Dienstvilla" oder moderner ausgedrückt ein Apartment House. Sie bietet ein zu Hause für die, die die Geschicke unserer Stadt mitbestimmen - und das fern von der eigenen Familie. 11 individuelle Serviced Apartments entstehen in der Villa. Die Villa Salve sagt ihren Gästen herzlich willkommen! Mit Freude wollen wir Ihre Erwartungen an modernes Wohnen und alle Serviceleistungen „rund um das Wohnen“ übertreffen. Es gilt, was das Motto der ehrwürdigen alten Villa Salve sein könnte: Qualität setzt sich durch, immer… es ist nur eine Frage der Zeit.

Impressionen

Ihre Gastgeber:

Ina & Holger Börner
Mobil: +49 (0) 173-52 31 222
Telefon: +49 (0) 4141-82055
Telefax: +49 (0) 4141-77 75 44
E-Mail: info@villasalve.com